Mitglieder Ethik-Komitee gegen die KVI

Philipp Aerni, Zentrum für Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit (CCRS) Universität Zürich, Direktor | Christoph Albrecht, Ref. Pfarrer | Bruno Wolfgang Bader, Pfarrer | Dr. Michael Baumann, Kirchgemeinde Wiesendangen, Pfarrer | Martin Breitenstein, Synodaler reformierte Landeskirche Zürich | Paul Breitschmid, pensionierter Theologe | Christian Bretscher, Mitglied ev.-ref. Landeskirche | Roland Christen,  Synodaler refbejuso & Verwalter i.R. | Mattheus Den Otter, Verwaltungsratsmitglied & Fernstudierender Theologie | Ruth Derrer Balladore, Synode Evangelisch-reformierte Landeskirche Kanton Zürich | Philipp Egger, Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt | Felix R. Ehrat, Lehrbeauftragter, Verwaltungsrat & Konsulent | Andri Florin, Reformierte Landeskirche, Bezirkskirchenpfleger/ früher 1.Sekretär der ZH-Synode | Martin Fricker, Lektor kath. Kirche St. Sebastian Wettingen & Dozent |  Nadine Gautschi, Römisch-Katholische Kirche in Basel-Stadt, Kirchenrätin | Paul W. Gilgen, Engagement in den evangelisch-reformierten Kirchgemeinden Herisau und Teufen AR, Naturwissenschaftler | Ansgar Gmür, lic.oec./stud.theol. & ehm. Direktor HEV Schweiz | Giuseppe Gracia, Publizist & Mediensprecher | Roland Gröbli, Dr. phil. I, ehemals Präsident Primarschulpflege Dachsen | Frank Gross, Synodemitglied ref. Glarus| Thomas Gugger, Evang.-ref. Landeskirche beider Appenzell, Kirchenrat | Thomas Harder, Unternehmer | Donald Hasler, reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn, Pfarrer | Willi Honegger, Landeskirche Kanton Zürich Pfarrer, Synodale Kanton Zürich + EKS | Konrad Hummler, Unternehmer | Alexander Jäger, Ehem. Präsident der Synode der Römisch-katholischen Körperschaft im Kanton Zürich | Jakob Jäggi, Protestantische Kirche Synodaler | Dr. iur. David Jenny, Advokat, Grossrat FDP BS, Kirchenrat ERK BS | Ueli Kindlimann, Reformierte Kirchengemeinde Pieterlen-Meinsiberg, Pfarrer | Christoph Klein, lic. theol. & selbständig mit kleinfilm | Ulrich Knoepfel, ref. Pfarrer, Mühlehorn GL, tätig in Kirchenleitung kantonal und schweizerisch | Simon Kuert Forschungsstiftung Langenthal Pfarrer/Beauftragter für Regionalgeschichte | Katharina Kull-Benz, Evangelisch-reformierte Landeskirche Kanton Zürich, Kirchenrätin | Claude Lambert, Präsident der Kirchenpflege Grossünster aD |  Martin Laupper, Glarner kantonaler Kirchentag 2021, OK Präsident | Walter Locher, Vizepräsident FD-Fraktion Kantonsrat SG, Dr. iur., Rechtsanwalt und VRP DGS Druckguss Systeme Ag St. Gallen | Manuela Marti, Ref. Kirche Zürich, Synodale | Dr. Stefan Müller, Katholische Landeskirche Glarus, Präsident | Basil Müller, römisch-katholisch & Pensionär | Robert Nef, ehm. Leiter Liberales Institut, ehm. Präsident Stiftung für Abendländische Ethik und Kultur | Beat Nüesch, Gemeinderat Horgen ZH | Andreas Oprecht Bezirkskirchenpflege Zürich Ing. ETH, pensioniert | Timo Rager, Chemiker & Autor | Walter Rahm, Kirchgemeinde Wilchinen, Treuhänder | Harald Ratheiser, Evang. Kirchengemeinde Aarbon, Pfarrer | Dr. iur. Christoph Rohner, Mitglied von Verwaltungs- und Stiftungsräten, ehem. Mitglied einer Kirchenvorsteherschaft | Dr.oec. Marcel Roost, Mitglied der ref. Kirche der Stadt Zürich | Roman Salzmann, Kirchgemeindepräsident (bis 31.10.) & Chefredaktor Kirchenbote | Axel Scherrer, 24 Jahre Kirchenpfleger & ehem. Präsident Gemeindekirchenrat Tokyo-Yokohama | Elisabeth Schirmer, RONDA AG, Verwaltungsratspräsidentin | Cédric Schmid, Mitglied des Grossen Kirchgemeinderates Kanton Zug der Reformierten Kirche & Präsident der FDP Stadt Zug | Eleonora Schneuwly-Aschwanden,  Generalrätin Stadt Freiburg (FDP) & Philantropin | Philippe Schultheiss, Ref. Kirche Zürich, Präsident Kirchgemeindeparlament Zürich & Wirtschaftsethiker | Daniel Schwab, Mitglied der Rechtsprüfungskommission von St.Gallus katholische Pfarrei, Schwamendingen & Alt-Kantonsrat Zürich | Hans-Ruedi Spichiger, ehem. kantonaler Beauftragter für kirchliche Angelegenheiten in der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern | Anders Stokholm, Kantonsrat FDP Thurgau & Theologe | Christian Straumann, Kirchgemeinde Johannes, Bern Stv. Präsident der Kirchgemeindeversammlung | Thomas Ulrich, Ref. Kirchgemeinde Zürich, Mitglied des Kirchgemeindeparlamentes | Giancarlo Voellmy, Evang.-Ref. Kirchgemeinde Linden, Pfarrer | Sebastian Vogel, RPK Pfarrei Liebfrauen | Dr. phil. I. Fabian Wildenauer, Theologe & Ökonom | Ernst Winkler, evang. reformierte Kirchgemeinde Dübendorf Schwerzenbach | Peter Wuffli, elea Foundation for Ethics in Globalization, Gründer & Präsident | Hans Zoss, Theologe & ehem. Direktor der Justizvollzugsanstalt Thorberg |

«Schweizer Unternehmen einseitig wenig durchdachte Pflichten aufzuerlegen, ist, selbst aus lauteren Motiven, kein sinnvoller Weg.»

«Verantwortungsvolles Handeln muss aus Überzeugung wachsen. Schweizer Unternehmen brauchen hierzu keine staatlich verordnete Ethik.»

«Ethisches Handeln geschieht aus Überzeugung, nicht aufgrund staatlicher Bürokratie. Unternehmen sind sich ihrer Verantwortung bewusst.»

«Ich habe grossen Respekt für die ethischen Anliegen, aber eine Haftungsausdehnung mit Beweislastumkehr ist für KMU nicht tragbar.»

«Es ist anmassend die Schweiz als Massstab für die restliche Welt darzustellen und uns als allwissende Sauberleute darzustellen.»

«Die absurd überspannten Haftungsregeln der Initiative würden den länderübergreifenden Austausch lahmlegen. Langwierige Gerichtsprozesse, die niemandem etwas bringen, würden den lösungsorientierten Dialog der Beteiligten verdrängen. Dies liegt nicht im Interesse der Menschen im Weltsüden.»

«Dir überwiegend grösste Mehrheit aller international tätigen Unternehmen handeln verantwortungsbewusst und innerhalb der Regeln der betreffenden Länder.
Ein solch absurdes Korsett für die Wirtschaft, das nicht zielführend ist, wäre fatal und würde uns schaden.»

«Die Anliegen der Initiative teile ich, ich vertraue aber auf die Kräfte der selbstverantwortlichen Zivilgesellschaft.»

«Die UNO-Nachhaltigkeitsziele (UN SDGs) stehen für einen Paradigmenwechsel hin zu mehr Zusammenarbeit mit dem Privatsektor. Die Konzern-Verantwortungs-Initiative erkennt die Risiken, nicht aber den Nutzen von Privatsektorinvestitionen, weil sie in alten biploraren Denkmustern verhaftet bleibt. Eine Annahme der Initiative würde die Erreichung der UN SDGs bis 2030 unnötig gefährden.»

«Die Initiative verlangt, dass bei Klagen in den betroffenen Ländern schweizerisches Recht zur Anwendung kommen soll. Die Schweiz würde so in diesen Ländern als „fremde Richter“ auftreten. Für die Haftungsklagen müssen jedoch die Gerichte vor Ort zuständig sein.»

«Die KVI schadet unserer Schweiz, ohne den Menschen in Entwicklungsländern zu helfen. Sie ist ein Musterbeispiel für verantwortungslose Symbolpolitik.»

«Dass sich Unternehmen an die Menschenrechte halten müssen, ist eine Selbstverständlichkeit. Dass dies auch mit Nachdruck gefordert wird, ist richtig und wichtig. Doch die einseitige Stimmungsmache gegen Unternehmen und Grosskonzerne ist unangemessen und schiesst über das Ziel hinaus.»

«Zur „Bewahrung der Schöpfung“ müssen wir aus der Schweiz heraus auch eine globale Verantwortung übernehmen. Auf dem Spiel stehen das Engagement vieler grossen Firmen für eine Co2-Neutralität, eine Berufsausbildung auf hohem Niveau oder die Wahrung von Menschenrechten. Wenn Betriebe und Regierungen aus Drittweltstaaten die neuen Regeln zum Unternehmertum festlegen, etablieren sich menschen- und klimaunwürdige Standards.»

«Respekt und Achtung der Menschenwürde erfordert mein persönliches Engagement – hier und jetzt, Tag für Tag. Diese Verantwortung muss jeder einzig für sich wahrnehmen.»

«Mit der Politisierung der Kirche gehen uns noch mehr Mitglieder verloren.»

«Die Konzern-Verantwortungs-Initiative verfehlt ihr Ziel, weil sie Unternehmen davon abhält in Entwicklungsländern zu investieren. Sie bevormundet andere Länder.»

«Ich bin gegen die Konzernverantwortungsinitiative, weil sie den Geist des Neokolonialismus atmet.»

«Ich lehne die Initiative ab, weil sie für Firmen höhere ethische Anforderungen stellt, als für Privatpersonen.»

«Die Forderungen der Initianten sind scheinheilig und juristisch nicht umsetzbar und fördern noch mehr Korruption aber auch Armut in den Ländern und erreicht damit genau das Gegenteil der versprochenen Initiative.»

«Die Zeiten sind vorbei, in denen Kirchenobere uns von der Kanzel herab vorschreiben, wie wir abstimmen müssen, um als gute Schäfchen dazustehen und in den Himmel kirchlicher Moralapostel zu kommen. Ich bin für die Trennung von Kirche und Staat, auch in moralisch-weltanschaulichen Fragen des politischen Tagesgeschäftes. Christen sind mündige Bürger, die politische Initiativen guten Gewissens verschieden beurteilen können. Moderne Christen sind Demokraten, die den legitimen Pluralismus einer offenen Gesellschaft aushalten und nicht mit dem Jesus-Stempel auf eine politische Option verengen.»

«Die Ursachen für die – zu Recht – angeprangerten Missstände liegen häufig bei korrupten Regierungen und aufgeblähten Beamtengebilden in einzelnen Staaten, nicht bei den international tätigen Schweizer Firmen.»

«Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint.»

«Das Grundanliegen ist berechtigt, aber die Umsetzung geht den falschen Weg: Schweizer Gerichte sind nicht in der Lage, die Arbeits- und Lebensbedingungen und damit Verstösse gehen Menschenrechte zu beurteilen. Eine gemeinsame europäische Regelung bringt uns weiter.»

«Wirksame Armutsbekämpfung ist ein zentraler Schlüssel für Verbesserungen bezüglich Menschenrechten und Umweltmassnahmen. Infolge Covid-19 wird absolute Armut wieder massiv ansteigen. Arme Länder sind auf unternehmerische Aktivitäten zur Schaffung von Arbeitsplätzen angewiesen. Schweizer Firmen gehören zu den verantwortungsvollsten Unternehmen weltweit. Deren Investitionen in armen Ländern sollten deshalb gefördert, nicht abgeschreckt werden.»

«Die Konzern-Verantwortungs-Initiative ist unendlich gut gemeint und unendlich schlecht gemacht. Über das gewaltige Juristenfutter dürften sich bloss einschlägige Anwaltskanzleien freuen. Schaden abwenden und NEIN sagen!»

«Als Protestant ist mir Protest gegen Ungerechtigkeiten sehr sympathisch. Als Philosoph habe ich aber grosse Mühe mit der Initiative, denn sie gründet zu einseitig auf hehren Absichten. Das vorgeschlagene Instrument ist in meinen Augen untauglich, um die gesetzten Ziele zu erreichen.»

«Schweizer Unternehmen werden mit wenig durchdachten Pflichten belastet, obwohl sie grundsätzlich verantwortungsvoll handeln. Eine staatlich verordnete Ethik wird die Welt nicht verbessern und ist auch keine wirksame Armutsbekämpfung. Eine solche Vorschrift wirkt höchstens abschreckend auf Investitionen in armen Ländern, was die Armut verschärft!»

«Schweizer Recht und Richter sind besser als das Recht und die Richter aller anderen Länder? Diese neokolonialistische Arroganz wird der internationalen Zusammenarbeit schaden.»

«Sieben Jahre lebte und arbeitete ich in sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungsprojekten in einem Land der sogenannten Dritten Welt. Diese Initiative ist, mit allem Respekt, pure postkoloniale Arroganz. Wer glaubt, wir seien besser, nimmt die Menschen des Südens nicht ernst. Ich bin deshalb enttäuscht, wie unreflektiert VertreterInnen der Landeskirchen für ein Ja eintreten. Diese Initiative schwächt jene, die sie angeblich schützen und unterstützen will.»

«Gewisse Kreise der Menschheit sind vom „Gutmenschsein“ geradezu besessen und zerstören den Wohlstand, von dem auch sie eigentlich gut leben. Aber unter dem Deckmantel der Moral will man alle Menschen erziehen. Moral kann man nicht verordnen, man muss sie leben. Deshalb NEIN zur unmoralischen KVI.»

«Die KVI öffnet die Türen weiter für ein amerikanisches Rechtsverständnis, das nicht unserer Tradition entspricht: Es wird geklagt.»

«Die Initiative bremst Entwicklungsländer bei der Gestaltung einer menschenrechtsfreundlichen Rechtskultur und unterstellt, dass eine solche allein in der Schweizer Rechtspflege vorhanden ist.»

«Es steht der Kirche wohl an, die Argumente für und gegen die KVI theologisch fundiert darzulegen. Das links-grüne Meinungsdiktat innerhalb der Reformierten Kirche untergräbt unseren Ruf als differenzierte argumentierende Kirche.»

«Aufgrund der Erfahrungen als Treuhänder ist für mich klar, dass Konflikte durch Mediation und
nicht durch Anwälte und Richter nachhaltig gelöst werden.»

«Jederzeit jedes Element von Lieferketten zu überwachen ist unmöglich. Ein Schweizer Alleingang mit Beweislastumkehr setzt Schweizer Unternehmen weltweit einmaliger Haftung, dem Risiko von Beweismanipulation im Ausland und Wettbewerbsnachteilen aus, droht Firmen und Arbeitsplätze aus der Schweiz zu vertreiben und dient damit weder ethischem Wirtschaften noch betroffenen Menschen.»

«Die Initiative wird nicht zuletzt aus Kirchenkreisen mit grossem finanziellen Aufwand unterstützt. Obwohl die Kirchen das ganze Spektrum der Meinungsbildung berücksichtigen sollten, blenden diese aus, dass es gerade aus der Sicht christlicher Verantwortungsethik gute Gründe für ein NEIN gibt.»

«Natürlich haben Unternehmen eine Mitverantwortung für den Schutz von Mensch und Umwelt. Mitarbeitende, Investoren, Kunden und Behörden verlangen richtigerweise Nachhaltigkeit, Glaubwürdigkeit und Engagement. Durch ihre einseitige Fokussierung auf Regulierung und Haftung gefährdet die KVI den Beitrag von Schweizer Unternehmen zu Entwicklung und Wohlstand in der Welt.»

«Es ist vermessen anzunehmen, dass dem gesamten Ausland der Schweizer Rechtsstaat mit dessen gesellschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen übergestülpt werden könnte.»

«Wir kennen alle viele positive Beispiele, wie sich Schweizer Firmen engagiert und richtig für entsprechende Anliegen im Ausland einsetzen. Diese mit erhöhtem, administrativem und juristischem Aufwand zu belasten, wäre in der aktuellen Situation fatal und gefährlich»

«Als Christ sind mir Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung wichtig. Als Theologe weiss ich aber um den Zwiespalt zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik.

Ich will nicht verantworten, dass Schweizer Firmen bzw. deren Zulieferer aus „heiklen“ Ländern abwandern – und in ihren Menschenrecht verletzte Menschen ihre Arbeit verlieren und in noch prekärere Verhältnisse abgleiten. Es erstaunt mich darum nicht, dass ich beim Pro-Lager keine Stimmen von unmittelbar Betroffenen finde, die sich für die Initiative aussprechen.

Bei einer Ablehnung würde man nicht nur dem Gegenvorschlag folgen, sondern wegen des gesellschaftlichen Drucks nach anderen, internationalen juristischen Gepflogenheiten eher entsprechenden Wegen suchen, wie man effizient das Leid der Ausgebeuteten lindern und die Umwelt schützen kann.»

«Das Engagement zahlreicher kirchlicher Kreise zugunsten der Konzernverantwortungsinitiative zeugt vor allem von einer falschen Wahrnehmung der Realität und einem ausgeprägten Unwillen, die Funktionsweise einer Marktwirtschaft verstehen zu wollen.»